Trockene Augen

Das Trockene Auge ist eine der häufigsten Augenerkrankungen. Die Behandlung erfordert eine individuelle Herangehensweise.

Definition

Unter dem Krankheitsbild des  sogenannten „Trockenen Auges“ (Kerato- Konjunktivitis sicca – Sicca-Syndrom) versteht man eine Störung der Benetzung der Augenoberfläche (Benetzungsstörung). Diese krankhafte Veränderung des Tränenfilms kann durch Tränenmangel oder exzessive Verdunstung ausgelöst werden. Folgen dieser Benetzungsstörung können u.a. Schäden der Augenoberfläche und entzündliche Vorgänge am Auge sein. Das „Trockene Auge“ ist eine der häufigsten Augenerkrankungen.

Die Augenoberfläche und der Tränenfilm

Die Augenoberfläche wird von der Bindehaut und der Hornhaut gebildet, diese ist von einer hauchdünnen Flüssigkeitsschicht überzogen, dem Tränenfilm. Der Tränenfilm ist von besonderer Wichtigkeit für die Funktion und Gesundheit des Auges. Der Tränenfilm besteht nach dem klassischen Denkmodell aus drei Schichten, der inneren Muzinschicht, der wässrigen Schicht und der äußeren Lipidschicht.

  1. Muzinschicht: Sie ist eine Schleimschicht, die direkt auf der wasserabstoßenden Augenoberfläche – der Hornhaut – aufliegt. Sie gleicht Unebenheiten aus und ermöglicht erst den anderen Komponenten des Tränenfilms die Ausbreitung auf der Augenoberfläche.
  2. Wässrige Schicht: Sie enthält Nährstoffe, Enzyme und Antikörper, und ist v.a. für die Versorgung der Hornhaut und Befeuchtung des äußeren Auges verantwortlich.
    Die wässrige Schicht wird von den Tränendrüsen gebildet. Eine alleinige Störung der wässrigen Schicht, d.h. ein tatsächlicher Tränenmangel ist selten und wurde lediglich bei 8 % der Betroffenen festgestellt1.
  3. Lipidschicht: Die Hauptaufgabe der Lipidschicht besteht darin, die Verdunstung der Tränenflüssigkeit zu minimieren. Eine intakte Lipidschicht kann die Verdunstung der Tränenflüssigkeit bis zu 95 % vermindern1. Außerdem ist sie für die Stabilisierung des gesamten Tränenfilms zuständig und sorgt dafür, dass die Tränenflüssigkeit nicht einfach über die Lidkante abläuft (tränende Augen). Die Fettmoleküle (Lipide) der Lipidschicht werden von den Meibom-Drüsen im Lidrand gebildet. Bei jedem Lidschlag werden Lipide über Öffnungen an den Lidkanten auf den Lidrand abgegeben, von wo sie auf den Tränenfilm gelangen und die Lipidschicht bilden.
    Bei fast 80 % der Betroffenen wird das Trockene Auge durch eine Störung der Lipidschicht verursacht2, was zu einer stark erhöhten Verdunstung der natürlichen Tränenflüssigkeit führt.

1 Lozato PA, Pisella PJ, Baudouin C. Phase lipidique du film lacrymal: physiologie et pathologie. J Fr Ophtalmol. 2001; 24: 643-658
2 Heiligenhaus A, Koch JM, Kruse FE, Schwarz C, Waubke TN. Diagnostik und Differenzierung von Benetzungsstörungen. Ophthalmologe 1995; 92: 6-11

Symptome und Beschwerden - häufig sind mehrere Symptome bemerkbar:

  • Fremdkörper- und Trockenheitsgefühl (“Sandkorngefühl” im Auge)
  • Müdigkeit der Augen
  • Brennen, Rötungen und Juckreiz der Augen
  • Sehstörungen, Schmerzen und Bindehautrötung
  • Tränende Augen
  • Druckgefühl am Auge
  • Schweregefühl der Lider und Verklebte Augenlider
  • Lichtempfindlichkeit der Augen
  • geschwollene und/oder entzündete Lidränder
  • Unverträglichkeiten von Kosmetika (z. B. Kajalstifte)
  • Eingeschränkter Tragekomfort von Kontaktlinsen bis hin zur Unverträglichkeit

Ursachen

  • Bildschirm-, Computerarbeit sog. “Office Eye Syndrom”
  • Umweltbelastungen
  • Niedrige Luftfeuchtigkeit (z.B. durch Klimaanlagen in Büro, Auto, Flugzeug)
  • Hormonelle Umstellungen oder Hormonmangel (z.B. in den Wechseljahren oder beim Sjögren-Syndrom)
  • Lidrandentzündungen
  • Allgemeinerkrankungen
  • Einnahme von Medikamenten (z.B. Psychopharmaka, Schlafmittel, Betablocker, Hormone, Antiallergika)
  • Kontaktlinsen
  • Chirurgische Eingriffe am Auge (z.B. LASIK/LASEK, Katarakt-Operationen)

Diagnose

Die Diagnose Trockenes Auge stützt sich primär auf die Beschreibung der Beschwerden durch den Betroffenen als auch auf die Ergebnisse unterschiedlicher Untersuchungen durch den Augenarzt.

Behandlung

Lipidsubstitution

Liposomale Augensprays werden auf das geschlossene Auge gesprüht. Die enthaltenen Phospholipid-Liposomen (z.B. bei TEARS AGAIN®) werden dabei u.a. auf den Lidrand gesprüht, hier befinden sich auch die körpereigenen Lipide. Durch die zugeführten Phospholipide wird die Lipidschicht des Tränenfilms stabilisiert, was zu einem normalen Verdunstungsschutz und zur Erhaltung der natürlichen Tränenflüssigkeit führt. Bei fast 80 % der Betroffenen ist eine Störung der Lipidschicht die Hauptursache für das Trockene Auge3, was zu einer stark erhöhten Verdunstung der natürlichen Tränenflüssigkeit führt. TEARS AGAIN® liposomales Augenspray gibt es in jeder Apotheke.

Tränenersatzmittel

Tränenersatzmittel (“Künstliche Tränen”, Augentropfen) werden als Mehrdosenbehältnis oder Einmaldosenbehältnis angeboten. Sie werden in den Bindehautsack des Auges eingetropft, durch sie wird die wässrige Schicht des Tränenfilms ergänzt. Natriumhyaluronat hat sich hierbei für die Augenbefeuchtung als ideal erwiesen, es haftet sehr gut auf der Augenoberfläche und bildet einen gleichmäßigen Feuchtigkeitsfilm auf dem Auge. Die alleinige Behandlung mit Tränenersatzmitteln ist aber nur sinnvoll, wenn eine alleinige Störung der wässrigen Schicht vorliegt (also nur bei 8 % der Patienten)2. Häufig kann auch eine Kombinationstherapie mit Augenspray und Augentropfen sinnvoll sein.

Verschluss der Tränenpünktchen

In manchen Fällen wird das Ablaufen der Tränen durch zeitweisen Verschluss der Tränenpünktchen mit einem kleinen Stöpsel (Punctum-plug) verlangsamt, sodass die Tränen länger auf der Augenoberfläche verweilen.

Lidrandpflege - chronische Lidrandentzündung als Folge oder Ursache Trockener Augen

Die Lidrandpflege ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung, wenn eine Lidrandentzündung vorliegt. Durch das Lösen von Verkrustungen an den Lidkanten soll der Abfluss aus den Meibomschen Drüsen (welche die Lipidschicht des Tränenfilms produzieren) verbessert werden. Solange die Lidränder nicht wirklich reizfrei sind, sollte auch möglichst auf Kosmetika am und ums Auge verzichtet werden.

2 Lozato PA, Pisella PJ, Baudouin C. Phase lipidique du film lacrymal: physiologie et pathologie. J Fr Ophtalmol. 2001; 24: 643-658
3 Heiligenhaus A, Koch JM, Kruse FE, Schwarz C, Waubke TN. Diagnostik und Differenzierung von Benetzungsstörungen. Ophthalmologe 1995; 92: 6-11

Für weitere Informationen siehe auch:
Meibom-Drüsen-Dysfunktion

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